Am Montag wird entschieden
~ 26. August 2010 ~
In der nächsten Gemeinderatssitzung am Montag den 30. August 2010 wird durch den Rat entschieden werden, wie es mit dem geplanten Mobilfunkstandort Kilianshügel weiter gehen wird. Wie der Bürgermeister ausführte, ist geplant die Entscheidung im nichtöffentlichen Sitzungsteil zu fällen. Damit soll verhindert werden, dass die Bürger wissen, welches Ratsmitglied wie abstimmte.
Ich finde dieses Verfahren nicht gut für das Dorf und die Bürger. Ein Gemeinderat sollte zu seiner Entscheidung stehen, gerade bei diesen Thema in Westhausen, das für soviel Leid und Sorgen steht.
Wenn sich die Räte in die Anonymität zurückziehen wollen, dann dürfen sie nicht mit abstimmen oder müssen selbst eine Bürgerbefragung organisieren.
Die Mehrheit der Westhäuser Bürger die sich zu dem neuen Standort des vodafone Senders äusserten, wollen eine Mobilfunkanlage die den Handyempfang in Westhausen, Haubinda und Schlechtsart ermöglicht, aber sie wollen insbesondere minimierte Belastungen und nur eine reine GSM Anlage ohne weitere Aufrüstungen. Dies zeigt die durchgeführte Unterschriftensammlung klar. Auch weitere Dienste werden durch die Mehrheit nicht gewünscht.
Technisch ist eine solche Lösung weder kompliziert noch teuer, im Gegenteil. Die angesetzten Kosten vodafones von rund 125.ooo € für eine neue Anlage würden deutlich unterschritten werden.
Für den Gemeinderat wäre es ein einfaches, diese Bedingung in den Pachtvertrag zu festzuschreiben und so den Schulterschluss mit den Bürgern zu suchen. Mit dieser Lösung könnten dann alle Beteiligten zufrieden sein. Die Netzversorgung mit D2 wäre sicher gewährleistet, die Belastung minimiert und so sind Gegner und Befürworter unter einem Hut versammelt.
Wie sich dann vodafone entscheidet kann keiner vorhersehen. Gerade da Herr Zeitz betont hatte, dass noch keine Entscheidung gefallen ist, stehen die Chancen jedoch gut, den Prozess nun aktiv mit zu beeinflussen.
In anderen Gemeinden hatte vodafone ebenfalls versucht, Ersatzstandorte zu finden und dort erlebte man, dass das Interesse gross ist, überhaupt wieder eine Mobilfunkanlage betreiben zu können. So ist vodafone von uns abhängig, auch wenn dies ungern zugegeben wird.
Nun ist also die Weitsicht und Stärke des Gemeinderates gefragt, um die Sache Mobilfunk in Westhausen mit nicht noch mehr negativen Stimmungen zu belegen und diese Chance hin zu einer positiven Entwicklung nicht zu vergeben.
Westhausen – Informationsveranstaltung vodafone D2 Gmbh Ost
~ 11. August 2010 ~
Am 11.82010 lädt vodafone und die Gemeindeverwaltung Westhausen alle Bürger und Interessierte ein um 19.oo Uhr ins Alte Brauhaus zu kommen. Dort wird Herrn Helmut Zeitz von vodafone Informationen zu dem geplanten Abbau der bisherigen Sendeanlage im Dorf und der geplanten Neuerrichtung eines Sendemastes ausserhalb des Dorfgebietes auf dem Kilianshügel Rede und Antwort stehen.
Das Freie Wort berichtete bereits am 02.12.2009 von dem Abbau der Sendeanlage und berichtete, dass eine vodafone eine Fläche auf dem “Kilianshügel nämlich nun gern pachten würde, einen 30 Meter hohen Mast bauen.
Diese hohe Sendeanlage ist für eine Versorgung des Dorfgebietes und der Agrar- und Waldflächen vollkommen unnötig. Sie ist in dieser Höhe nur notwendig wenn man grosse Teile des Umlandes bis Heldburg und weiter mit Funkdiensten versorgen möchte. Auch wird im Dorf gemutmasst dass dort nicht nur eine Mobilfunksendeanlage wie bisher installiert werden soll, sondern noch weitere Funkdienste.
So wurden diesmal die Bürger im unteren Dorf hellhörig und sammelten spontan Unterschriften in diesem nun dem Sender nahegelegenen Ortsteil. Dabei wurde zwei Optionen herausgearbeitet, die dritte viel nach Vorgesprächen komplett weg, da sich alle angesprochenen dagegen aussprachen, was auch in verschiedenen Gemeinderatssitzungen so zu erfahren war.
Möglichkeit A fordert die Gemeinde auf einen Pachtvertrag mit vodafone Gmbh mit kurzer Laufzeit abzuschließen und in diesem ein gleichberechtigtes Kündigungsrecht festzuschreiben. Weiter muss darin die Festlegung auf eine Beschränkung auf einen reinen Ersatz der bisherigen GSM Funkanlage fixiert werden und die funktechnisch ausreichende Abdeckung mit ca. 5 mikroW/m2 Leistungsflusssdichte im Dorfgebiet nicht überschritten werden.
Mit dieser Lösung kann man wie gewohnt und vermutlich sogar deutlich besser mobil im D2 Netz in und um Westhausen telefonieren.
Möglichkeit B fordert den Gemeinderat auf, den Pachtvertrag für den Kilianshügel generell abzulehnen und auch keine andere Ersatzlösung anzubieten.
Die dritte Variante, einen Funkmast mit beliebiger Funktechnik über die bereits bestehende GSM Anlage zu errichten fand keinerlei Zustimmung bei den Befragten.
74 Personen sprachen sich für die Lösung A aus und immerhin 47 sind für die generelle Ablehnung. Dies zeigt, dass die Westhäuser weder technologisch rückständig sind noch dass sie unkritisch nach all den Erfahrungen mit der bisherigen Sendeanlage sind.
Zieht man die erste Unterschriftensammlung hinzu, kann man interpretieren, dass über 2/3 der Einwohner des gesamten Dorfes gegen eine Funkanlage sind im Wohnumfeld sind.
So wird der Abend im Brauhaus sicher ein spannend werden und ich selbst bin sehr auf Herrn Zeitz Ausführungen zu dem nun geplanten Standort gespannt. Ich möchte daran erinnern, dass der Standort Kilianshügel durch die Gemeinde 2001 als Alternativstandort bereits angeboten wurde und Herr Zeitz und ein Funktechniker bei der damaligen Informationsveranstaltung ausführte: “Der Standort ist funktechnisch undenkbar, denn von dort aus erreicht man die Handys im Dorf nicht”, sowie “dass der Standort zu hoch liegt und alle anderen Funkzellen in der Umgebung massiv stören wird”, das Ganze untermalt mir grossen bunten Landkarten und auf einer Planungsgrundlage mit einem kurzen Stummelmast gegenüber den nun geplanten 20/30 m Mast.